Es ist genau 100 Jahre her, seit Winnie-the-Pooh zum ersten Mal auf die Seiten eines Bilderbuchs getapst ist. Und um diesen ziemlich bedeutenden Meilenstein zu feiern, wird der Schädel des echten Bären, der die Vorlage für die liebenswerte Romanfigur lieferte, vorübergehend in London ausgestellt.
Bei dem Bären handelte es sich um einen Schwarzbären namens Winnifred (oder Winnie unter Freunden), der von Leutnant Harry Colebourn aus Kanada nach England gebracht worden war. Winnie lebte zwischen 1914 und 1934 im Londoner Zoo und wurde regelmäßig von A.A. Milne und seinem Sohn Christopher Robin besucht. Es stellte sich heraus, dass genau diese Besuche später den beliebtesten Bären der Literaturgeschichte inspirieren sollten (sorry, Paddington). Denn 1924 veröffentlichte Milne das erste seiner klassischen „Winnie-the-Pooh“-Bücher, wobei die Titelfigur von der echten Winnie inspiriert war.
Winnie wurde 20 Jahre alt, und als sie starb, spendete die ZSL ihren Schädel einem damals angesehenen Zahn- und Kieferchirurgen, Sir Frank Colyer. Er gab ihn anschließend an die Odontologische Sammlung am Royal College of Surgeons of England weiter. Und genau dort wurde der Schädel nun ausgestellt. Das Hunterian Museum wurde 1813 im College eingerichtet und beherbergt eine ganze Reihe anatomischer Präparate – zu denen nun auch der Schädel von Winnie gehört. Ihr Schädel zeigt, dass sie alle ihre Zähne verloren hatte. Das könnte durchaus an Karies gelegen haben, da sie angeblich eine ziemliche Naschkatze war (ganz wie ihr fiktiver Namensvetter) und es liebte, Kondensmilch und Melasse zu essen.
Winnies Schädel ist im Hunterian Museum am Royal College of Surgeons of England ausgestellt. Der Eintritt ins Museum ist kostenlos, du kannst aber hier im Voraus reservieren.
📍Das Museum findest du in der Lincolns Inn Fields 38–43, WC2A 3PE.
🚇 Die nächstgelegene Haltestelle ist Holborn.