Konzerte und Sportveranstaltungen im Wembley-Stadion und in der Wembley-Arena könnten für die Fans bald teurer werden – ja, teurer als sie es jetzt schon sind.
Der Stadtrat von Brent treibt die Pläne für eine bahnbrechende „Ticketsteuer“ zusätzlich zu einer Touristensteuer voran. Nach dem Vorbild ähnlicher Systeme in Manchester, Liverpool und mehreren europäischen Städten soll damit sichergestellt werden, dass die steigende Zahl von Großveranstaltungen an den berühmten Veranstaltungsorten direkt zum Erhalt und zur Verbesserung des lokalen Umfelds beiträgt.
Warum eine Ticketsteuer?
Wembley zieht jedes Jahr Millionen von Menschen an, wobei jede größere Veranstaltung, die nicht dem Sport dient, die lokale Wirtschaft von Brent um schätzungsweise 4,35 Millionen Pfund ankurbelt. Diese Vorteile gehen jedoch mit erheblichen Nachteilen für die Anwohner einher: mehr Lärm, überfüllte Verkehrsmittel, mehr Müll, Umweltverschmutzung und eine zusätzliche Belastung der städtischen Dienste.
Der Stadtrat von Brent argumentiert, dass die derzeitige Finanzierung nicht ausreicht, um diese Probleme zu lösen, und dass eine lokal erhobene Besucherabgabe oder eine direkte Ticketsteuer eine „gerechte und zukunftsweisende Methode“ wäre, um die Auswirkungen auf die Gemeinschaft zu bewältigen – ähnlich den Besucherabgaben, die in Europa eingeführt wurden und derzeit im Vereinigten Königreich erprobt werden.
Wie würde die Ticketsteuer funktionieren?
Der Stadtrat von Brent bemüht sich bereits um die Genehmigung der Regierung, eine Touristenabgabe auf Übernachtungen in örtlichen Hotels und Kurzzeitvermietungen einzuführen, die sich an Modellen orientiert, bei denen Touristen eine geringe Gebühr pro Nacht zahlen. Die Hotelsteuer von 1 Pfund pro Nacht in Manchester beispielsweise brachte im ersten Jahr 2,8 Mio. Pfund ein.
Der Stadtrat plant nun, sich mit dem Bürgermeister von London und Veranstaltern zu beraten, um auch eine freiwillige Abgabe auf Eintrittskarten für Veranstaltungen zu prüfen. Das bedeutet, dass ein kleiner Teil jeder Eintrittskarte für ein Konzert oder ein Spiel in Wembley zur Unterstützung lokaler Dienste und kultureller Basisprogramme verwendet werden könnte.
Den englischen Stadtverwaltungen fehlt derzeit die rechtliche Befugnis zur Erhebung von Touristensteuern, so dass Brent die Genehmigung der Zentralregierung einholen muss. Ähnliche Bestrebungen sind bereits in Wales und Schottland im Gange, wo ein gesetzlicher Rahmen für Besucherabgaben geschaffen wird.
Wohin würde das Geld fließen?
Die eingenommenen Mittel würden für folgende Zwecke verwendet:
- Bessere Abfallbewirtschaftung und Durchsetzung der Vorschriften.
- Anpflanzung von mehr Straßenbäumen und Verbesserung von Grünflächen.
- Verbesserung der örtlichen Parks und Instandhaltung der öffentlichen Infrastruktur.
- Unterstützung kommunaler und kultureller Projekte, die den Anwohnern zugute kommen.
Wie geht es nun weiter?
Der Stadtrat hat einen Antrag verabschiedet, um voranzukommen, einschließlich der formellen Beantragung der erforderlichen Befugnisse beim Staatssekretär und der Lobbyarbeit für die Unterstützung durch den Bürgermeister und die Industrie. Im Erfolgsfall könnte dies einen nationalen Präzedenzfall für Veranstaltungsstädte schaffen, die einen Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Vorteilen und dem Wohlergehen der Bevölkerung anstreben.
Wenn die Ticketsteuer von Brent angenommen wird, werden die Fans, die in naher Zukunft zu Konzerten gehen oder bei Veranstaltungen in Wembley übernachten, vielleicht etwas mehr bezahlen, aber mit dem Versprechen, dass ihr Geld dazu beiträgt, die lokale Gemeinschaft sauber und grün zu halten.