In einer Stadt, die so alt ist wie London, kannst du darauf wetten, dass so einige unserer Gebäude und Lokale ziemlich beeindruckende Geschichten zu erzählen haben. Insbesondere Londons viele prächtige Kneipen, von denen einige bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, haben eine wilde Geschichte. Nimm zum Beispiel die Ye Olde Cock Tavern, die sich einer faszinierenden Vergangenheit und einer einzigartigen Berühmtheit rühmt.
Die Ye Olde Cock Tavern ist einer der ältesten Pub-Namen der Stadt und reicht bis in die kerzenbeleuchteten Abende des Jahres 1549 zurück. In ihrer heutigen Form als Kneipe in der Fleet Street gibt es den Ort seit 1887. In dieser Zeit hat man hier bekanntlich Krüge voller Bier an eine ganze Menge Leute ausgeschenkt, darunter einige der berühmtesten literarischen Ikonen der Stadt. Und als ob seine geschichtsträchtige Vergangenheit noch nicht genug wäre, gilt es auch als die engste Kneipe der ganzen Stadt!
Die engste Kneipe in London
Nun könnte man nach unserer Beschreibung meinen, dies sei eine Kneipe, die man leicht übersieht, weil sie sich in ihre Umgebung einfügt. Aber um ehrlich zu sein: Solange du nicht komplett wegschaust, wirst du die atemberaubende Fassade dieser Old-School-Kneipe kaum übersehen können.
Eingebettet zwischen zwei höheren Gebäuden in der Fleet Street wirkt die schmale Fassade der Ye Olde Cock Tavern vielleicht etwas irreführend. Der Eingang ist zwar tatsächlich beeindruckend schmal, doch sobald man durch die Tür tritt, öffnet sich der Pub erheblich.

Heute gehört sie Greene King, serviert Sonntagsbraten und bietet Besuchern einen Ort, an dem sie nach einem Rundgang durch St. Paul’s auf einen Drink vorbeischauen können. Doch selbst nach all den Jahren ist es schwer, sich dieser Flut literarischer Geschichte zu entziehen.
Die Geschichte der Ye Olde Cock Tavern
Es war einmal, da befand sich die Ye Olde Cock Tavern an einem ganz anderen Ort – auf der anderen Seite der Fleet Street. Doch als die Bank of England 1887 die Räumlichkeiten übernahm, wechselte die Kneipe die Straßenseite und fand einen praktischen (wenn auch schmalen) Platz, in den sie sich hineinzwängen konnte.
Leider wurde ein Großteil der ursprünglichen Innenausstattung des Pubs in den 90er Jahren bei einem Brand zerstört. Aber hinter diesen Mauern steckt immer noch jede Menge Geschichte. Wenn du hineingeht, wirst du von einer Reihe alter Gemälde begrüßt. Aber dieser Pub hat mehr zu bieten als nur ein paar Kunstwerke! Einige der ganz Großen der britischen Literatur haben genau diese Türen durchschritten (wenn auch vielleicht, als das Lokal noch auf der anderen Straßenseite lag…).
Sowohl Charles Dickens als auch der berühmte Tagebuchschreiber Samuel Pepys sollen zu ihrer Zeit Gäste der Ye Olde Cock Tavern gewesen sein. Die Kneipe wird auch namentlich in Virginia Woolfs Werk „Orlando“ aus dem Jahr 1928 erwähnt.
Woolf erinnert sich an die Kneipe in ihrer Gestalt aus dem 16. Jahrhundert und erzählt von einem Treffen dort, als sie nochCock Tavern hieß:„Er könne sich, sosagte er, an einen Abend in der Cock Tavern in der Fleet Street erinnern, als Kit Marlowe und einige andere dort waren.“

Wenn du also das nächste Mal die Fleet Street entlangläufst, schau unbedingt auf ein Pint und ein bisschen faszinierende Londoner Geschichte vorbei.
📍 Ye Olde Cock Tavern, 22 Fleet Street, Temple, EC4Y 1AA. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Blackfriars und Temple.
🍻 Mehr Infos findest du auf ihrer Website.