In Londons Labyrinth aus U-Bahnen, Tunneln, Gleisen und Ticket-Hallen gibt’s jede Menge faszinierende Fakten zu entdecken. Eine davon findest du im Norden Londons in Form einer ziemlich hübschen U-Bahn-Station, die so gestaltet wurde, dass sie einem schwedischen Wahrzeichen ähnelt. Die Station heißt Arnos Grove, ist denkmalgeschützt und liegt an der Piccadilly Line. Und wenn du schon mal in der öffentlichen Bibliothek in Stockholm warst, kommt dir die Station Arnos Grove vielleicht ein bisschen bekannt vor.
Wie du wahrscheinlich weißt, ist die Londoner U-Bahn ziemlich alt; sie geht bis ins Jahr 1863 zurück. Zu Beginn bis Mitte des 20. Jahrhunderts gab es bereits einige Stationen, die über die Stadt verteilt waren, sodass die Architekten begannen, bei ihren Entwürfen etwas kreativer zu werden. Ein Architekturliebhaber, der mit seinen Ideen besonders innovativ war, war Charles Holden.

Die Entwürfe von Charles Holden
Der Name kommt dir vielleicht bekannt vor, denn Charles Holden war der wegweisende Kopf hinter einer ganzen Reihe von Londoner U-Bahn-Stationen. Holden war zweifellos ein Meister seines Fachs, und viele seiner Entwürfe sind bis heute in der Londoner U-Bahn zu sehen und werden dort gefeiert. Aber viele seiner Ideen kamen nicht einfach aus seinem Kopf, sondern wurden von bereits existierenden Gebäuden inspiriert und beeinflusst.
Charles Holden und Frank Pick (der CEO der London Transport Passenger Board) sollen gemeinsam durch Europa gereist sein, um Inspiration für neue Bahnhofsdesigns zu finden. In London gibt es viele Beispiele dafür, darunter Gants Hill, ein beeindruckender Ort, der stark von der großartigen Moskauer Metrostation Elektrozavodskaya beeinflusst wurde. Eine weitere Londoner Station, die eindeutig von einem Gebäude inspiriert wurde, das Holden und Pick auf ihren Reisen gesehen hatten, ist Arnos Grove.
Die Inspiration hinter der Station Arnos Grove

Arnos Grove soll von der Stockholmer Stadtbibliothek inspiriert worden sein. Die beiden Gebäude haben mit ihren hohen zylindrischen Türmen und langen Glasfenstern sicherlich einige Ähnlichkeiten. Die Bibliothek ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Schwedens und wurde 1928 erbaut. Nur vier Jahre später wurde Arnos Grove eröffnet, mit einigen subtilen Anspielungen auf das Stockholmer Gebäude.
Arnos Grove besteht aus Ziegeln, Glas und Stahlbeton und verfügt über eine Betonbrücke, die sich über die Gleise erstreckt. Der Bahnhof wurde 1971 unter Denkmalschutz gestellt, 2011 jedoch in die Kategorie II* hochgestuft. Außerdem wurde er 2009 von der Zeitung „The Guardian” zu einem der 12 großartigsten modernen Gebäude der Welt gekürt. Nicht schlecht, oder?