Die Regierung hat eine umfassende Überarbeitung des englischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungssystems angekündigt und neue Pilotprojekte gestartet, die darauf abzielen, das von den Ministern als „kaputt“ bezeichnete Verfahren durch ein System zu ersetzen, das stärker darauf ausgerichtet ist, Menschen dabei zu helfen, im Beruf zu bleiben oder schneller wieder einzusteigen.
Das Pilotprojekt, das im ersten Jahr mit 3 Millionen Pfund unterstützt wird, wird an vier NHS WorkWell-Standorten durchgeführt und verschiedene Wege zur Unterstützung erkrankter Arbeitnehmer testen.
Das derzeitige System stellt jährlich rund 11 Millionen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus, wobei in mehr als neun von zehn Fällen festgestellt wird, dass eine Person arbeitsunfähig ist. Die Regierung sagt jedoch, dass dies Patienten allzu oft in eine Sackgasse führt, anstatt ihnen sinnvolle Unterstützung zu bieten.
Die Änderung des englischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungssystems und was die Pilotprojekte testen werden
Die neuen Pilotprojekte werden vier verschiedene Modelle in Birmingham und Solihull, Coventry und Warwickshire, Cornwall und den Scilly-Inseln sowie Lancashire und South Cumbria untersuchen.
In einigen Regionen stellen Hausärzte die erste Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus, bevor sie Patienten an einen Unterstützungsdienst überweisen, während sie in anderen Regionen Patienten direkt überweisen, ohne überhaupt eine Bescheinigung auszustellen.
Diese Dienste werden klinisches und nicht-klinisches Personal zusammenbringen, darunter Sozialberater sowie Arbeits- und Gesundheitscoaches, um personalisierte Pläne für den „Verbleib im Arbeitsleben“ und die „Rückkehr ins Arbeitsleben“ zu erstellen.
Die Idee ist, von einer einfachen Ja-oder-Nein-Entscheidung über die Arbeitsfähigkeit abzurücken und stattdessen zu prüfen, welche Anpassungen jemandem helfen könnten, während der Genesung mit seinem Job in Verbindung zu bleiben.
Warum die Minister das bestehende System der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ändern wollen
Arbeits- und Rentenminister Pat McFadden sagte, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen seien „zu oft eine Sackgasse“ und argumentierte, dass der neue Ansatz den Menschen helfen werde, sich schneller zu erholen und gleichzeitig an ihren Arbeitsplatz gebunden zu bleiben.
Der Staatsminister für Pflege, Stephen Kinnock, sagte außerdem, das derzeitige System verursache unnötigen Verwaltungsaufwand für das NHS-Personal und die Pilotprojekte seien der erste Schritt hin zu einer umfassenderen Reform.
Die Regierung sagt, die Initiative stütze sich auf Erkenntnisse aus ihrer „Fit Note Call for Evidence“-Umfrage, bei der nur 29 % des Personals in der Primärversorgung der Meinung waren, dass Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen eine sinnvolle Nutzung der Zeit von Hausärzten darstellen, während sechs von zehn Arbeitgebern glauben, dass der aktuelle Prozess die gesundheitlichen Bedürfnisse der Arbeitnehmer nicht angemessen unterstützt.
Eine umfassendere Untersuchung des ehemaligen John-Lewis-Vorsitzenden Sir Charlie Mayfield beschrieb das System ebenfalls als „nicht wie beabsichtigt funktionierend“.
Die British Medical Association begrüßte die Möglichkeit, verschiedene Modelle zu testen, warnte jedoch, dass jedes neue System angemessen finanziert werden müsse und keinen zusätzlichen Druck auf die Allgemeinmedizin ausüben dürfe.
Das Royal College of GPs schlug ähnliche Töne an und erklärte, eine Reform könne helfen, aber nur, wenn das Wohlbefinden der Patienten im Mittelpunkt stehe und die Pilotprojekte mit ausreichenden Mitteln ausgestattet seien.
Die Arbeitgeber haben die Maßnahme weitgehend unterstützt. Der britische Industrieverband CBI erklärte, das derzeitige System versage gegenüber Arbeitnehmern, Arbeitgebern und der Gesamtwirtschaft, während Arbeitsmedizinische Verbände sagten, die Pilotprojekte könnten dazu beitragen, einen praktischeren, ganzheitlichen Ansatz für die Unterstützung bei Arbeitsausfällen und der Rückkehr ins Berufsleben zu schaffen.
Wie geht es weiter?
Die Pilotprojekte laufen bis zu einem Jahr und umfassen bis zu 100.000 Termine; die Ergebnisse sollen in die künftige Gesetzgebung einfließen.
WorkWell, der gesundheitsorientierte Dienst, der die Pilotprojekte durchführt, wird ebenfalls landesweit ausgebaut, und die Regierung sagt, er könnte bis zu 250.000 Menschen mit einer Behinderung oder einer Erkrankung dabei unterstützen, eine Arbeit zu finden oder im Beruf zu bleiben.
Vorerst verspricht die Regierung, dass Menschen, die wirklich eine Auszeit brauchen, diese auch weiterhin bekommen, aber von Anfang an mehr Hilfe erhalten.