Im Kensington Palace gibt es eine neue Ausstellung, die die Geschichte einer der wegweisendsten Frauen der Geschichte erzählt: Sophia Duleep Singh. Aber wer war sie eigentlich?
Die Ausstellung mit dem Titel „The Last Princesses of Punjab“ erzählt die Geschichte von Sophia und den Frauen, die ihr Leben geprägt haben: ihre Schwestern Catherine und Bamba, ihre Mutter, ihre Großmutter und ihre Patin Königin Victoria.
Die Ausstellung wurde anlässlich des 150. Geburtstags von Sophia Duleep Singh konzipiert.
Punjabi-Prinzessin und Patentochter von Königin Victoria
Als Tochter des letzten Maharadschas von Punjab wuchs Sophia als Aristokratin auf und wurde später zur Verfechterin und Aktivistin für Frauenrechte. Die Ausstellung untersucht, wie die komplizierte Beziehung von Sophia und ihren Schwestern zum Empire und ihre Identität mit den Anliegen zusammenhängen, für die sie sich einsetzten.
Diese neue Ausstellung vereint selten gezeigte Objekte, darunter Briefe und Fotografien sowie audiovisuelle Darstellungen. Zu den Exponaten gehören ein kunstvoll bemaltes indisches Schaukelpferd und ein dreiteiliges Outfit im osmanischen Stil, das Sophia auf Familienfotos trug.
In der Ausstellung kommen auch Stimmen aus der britischen südasiatischen Gemeinschaft zu Wort, die sich mit Themen wie Identität, Selbstdarstellung und Widerstand auseinandersetzen.
Eine wegweisende Suffragette
Prinzessin Sophia ist heute vor allem für ihre Zeit als Suffragette bekannt. Sie nutzte ihren hohen Bekanntheitsgrad, um für das Wahlrecht der Frauen zu kämpfen, und wurde dreimal vor Gericht gestellt, weil sie sich weigerte, ihre Steuern zu zahlen. Dies wird in der Ausstellung auch durch einen handgeschriebenen Brief an Winston Churchill hervorgehoben, in dem sie von Polizeibrutalität beim „Black Friday“-Suffragettenmarsch berichtet.
Polly Putnam, Kuratorin von „The Last Princesses of Punjab“, sagte: „Diese Ausstellung erzählt eine Geschichte von Mut, Identität und Widerstand, die durch das Leben außergewöhnlicher Frauen zum Ausdruck kommt. Die Präsentation im Kensington Palace – wo Königin Victoria ihre Kindheit verbrachte – bietet uns die seltene Gelegenheit, über ihre miteinander verflochtenen Geschichten nachzudenken und Objekte zu zeigen, die sowohl eine globale Geschichte als auch die persönlichen Geschichten dieser Frauen erzählen.“
Die Ausstellung läuft bis November und ist im Palast-Eintritt inbegriffen.