Stell dir eine klassische englische Stadt mit malerischen Kopfsteinpflasterstraßen, einer hoch aufragenden Kathedrale und genügend gemütlichen Pubs vor, um jedes Wetter zu überstehen. Nun stell dir denselben Ort vor, der in eine tiefe Winterdepression versunken ist, wo die Nachweihnachtsdepression stärker als anderswo zu spüren ist.
Laut einer aktuellen Umfrage von British Gas unter 2.000 Briten steht dieser Ort Mitte bis Ende Januar an der Spitze der Liste der „depressivsten” Städte Großbritanniens – nicht weil es dort das ganze Jahr über düster ist, sondern weil die kurzen Tage, die beißende Kälte und der endlose graue Himmel diese Jahreszeit wirklich brutal erscheinen lassen.
Die deprimierendste Stadt Großbritanniens
Norwich wurde in einer neuen Umfrage als die „depressivste” Stadt Großbritanniens im Winter bezeichnet – aber das Bild hat viel mehr mit saisonaler Tristesse zu tun als mit einem grundsätzlich unglücklichen Ort zum Leben.
Eine Umfrage von British Gas unter 2.000 Menschen in ganz Großbritannien zeigt, dass die Einwohner von Norwich den Winterblues stärker spüren als die meisten anderen. Jeder vierte Befragte in Norwich gab an, sich von Mitte bis Ende Januar wirklich deprimiert zu fühlen, und machte dafür das trübe Wetter und den Mangel an Tageslicht verantwortlich.
Über die Hälfte (57 Prozent) gaben an, dass sie sich gerade nach Sonnenlicht und Wärme sehnen, was niemanden überraschen wird, der schon mal im grauen Januar zur Schule oder zur Arbeit gependelt ist.
Norwich führt die Liste der Städte an, in denen sich die Menschen zu dieser Jahreszeit niedergeschlagen fühlen, aber es geht dabei ganz konkret um die Zeit mitten im Winter und nicht um einen ganzjährigen Zustand der Verzweiflung.
Die „depressivsten” Städte Großbritanniens laut der Umfrage
Die Daten von British Gas zeichnen ein umfassenderes Bild einer Nation, die den Januar kollektiv satt hat. Im gesamten Vereinigten Königreich gaben 42 Prozent der Menschen zu, sich im Januar depressiver zu fühlen als in jedem anderen Monat, und die Hälfte gab an, zu Beginn des Jahres gereizter zu sein.
Hier ist die Rangliste der Städte in der Umfrage:
- Norwich: 25 % geben an, sich Mitte bis Ende Januar wirklich deprimiert zu fühlen
- Swansea: 24 % – gemeinsam auf dem zweiten Platz für Winterdepressionen
- Stoke-on-Trent: 24 % – teilt sich den zweiten Platz mit Swansea
- Manchester: 21 % – große Stadt, großer Januar-Einbruch
- Edinburgh: 16 % – geteilter vierter Platz
- Glasgow: 16 % – auch gemeinsam auf Platz vier
- Oxford: 16 % – rundet das Trio auf dem vierten Platz ab
Die Umfrage gibt einen Eindruck davon, wie die Leute denken, ist aber nicht unbedingt aussagekräftig. Nur 2.000 Leute wurden landesweit befragt – ein winziger Bruchteil, wenn man bedenkt, dass allein Norwich etwa 150.000 Einwohner hat.
Der Artikel weist darauf hin, dass andere Daten ein anderes Bild zeichnen: Ein Bericht des Amtes für nationale Statistik aus dem letzten Jahr ergab, dass der Nordosten Englands insgesamt die unglücklichste Region ist, während eine Studie von Rightmove Barking und Dagenham im Osten Londons zur unglücklichsten Gegend Großbritanniens kürte.
Dass Norwich als „depressivste“ Stadt gilt, hängt also wirklich nur mit dieser speziellen Umfrage und der Jahreszeit zusammen und ist kein endgültiges nationales Urteil über die Lebensqualität der Stadt.
Aber keine Sorge: Abgesehen von der Stichprobengröße werden die Abende schon länger, der Frühling steht vor der Tür und diese charmanten Straßen werden nicht für immer in Dunkelheit gehüllt bleiben.