Vergessen Sie die beengten Sitze und die kreischenden Motoren eines zweistündigen Fluges vom Vereinigten Königreich nach Frankreich. Stellen Sie sich stattdessen eine 20-stündige Reise über die Nordsee vor, Salzspray in den Haaren, ein endloser Horizont, und Sie kommen erfrischt in Dünkirchen an. Im Jahr 2026 wird dieser Traum vom langsamen Reisen mit einer brandneuen Direktfähre von Rosyth aus Wirklichkeit – und die schottische Seele der Seefahrt wird wiederbelebt.
Die Abgeordneten schätzen, dass die neue Verbindung dank des angekurbelten Handels und Tourismus rund 11,5 Millionen Pfund in die schottische Wirtschaft einbringen könnte. Graeme Downie, Abgeordneter für Dunfermline und West Fife, bezeichnete die vorgeschlagene Verbindung als „unglaublichen Segen“ sowohl für die Region als auch für ganz Schottland, da sie es europäischen Besuchern erleichtern wird, Fife und darüber hinaus zu erreichen.
Worum geht es bei der neuen britischen Fährverbindung?
Die dänische Reederei DFDS arbeitet an der Einrichtung eines neuen Passagier- und Frachtfährdienstes zwischen Rosyth in der Nähe von Edinburgh und Dünkirchen in Nordfrankreich. Die Überfahrt würde insgesamt etwa 20 Stunden dauern, so dass aus einem kurzen Flug eine lange, salzige Reise über die Nordsee wird.
Wann könnte es losgehen?
Die Strecke mit dem Namen „Project Brave“ wurde erstmals 2022 vorgeschlagen und sollte ursprünglich im Frühjahr 2025 in Betrieb genommen werden. Finanzierungsprobleme und die Notwendigkeit einer neuen Grenzkontrollanlage in Rosyth führten zu einer Verschiebung des Zeitplans, aber die Behörden versuchen nun, den Bedarf für diese Anlage zu beseitigen, damit der Dienst bereits in diesem Frühjahr aufgenommen werden kann.
Wie oft wird die Fähre verkehren und für wen?
Den Plänen zufolge soll die Fähre dreimal wöchentlich zwischen Rosyth und Dünkirchen verkehren. In der Anfangsphase wird die Strecke voraussichtlich rund 51.000 Passagiere pro Jahr befördern, wobei die Kapazität auf etwa 79.000 Passagiere pro Jahr gesteigert werden soll.
Rosyth hat bereits früher Schottland mit dem europäischen Festland verbunden: Eine Fähre nach Zeebrügge in Belgien verkehrte früher viermal wöchentlich und brauchte etwa 17 Stunden. Dieser Dienst wurde jedoch 2010 für Passagiere dauerhaft eingestellt, so dass diese neue DFDS-Strecke eine mögliche Wiederbelebung der Langstrecken-Seeverbindungen von Schottland nach Europa darstellt.