Ab April 2028 müssen Fahrer von Elektroautos in Großbritannien zusätzlich zur normalen Kfz-Steuer (VED) eine neue Straßensteuer von 3 Pence pro Meile zahlen.
Das System namens „Electric Vehicle Excise Duty” (eVED) ist die Antwort der Regierung auf die sinkenden Einnahmen aus der Kraftstoffsteuer, da immer mehr Autofahrer auf Elektroautos umsteigen.
Wie die EV-Steuer jetzt funktioniert
Im Moment sind Elektroautos in einer Art Zwischenphase. Ab April 2025 müssen die meisten Elektroautos zahlen:
- 10 £ im ersten Jahr
- 195 £ pro Jahr ab dem zweiten Jahr
- Keine Gebühr pro gefahrenem Kilometer
Diese Regelung gilt bis Ende März 2028.
Was ändert sich mit der EV-Steuer ab April 2028?
Ab dem 1. April 2028 gilt die eVED für alle in Großbritannien zugelassenen batterieelektrischen und Plug-in-Hybridfahrzeuge. Sie sieht zusätzlich zur normalen Kfz-Steuer eine entfernungsabhängige Gebühr vor:
- Batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs): 3 Pence pro Meile
- Plug-in-Hybride (PHEVs): 1,5 Pence pro Meile
- Anpassung an die Inflation ab 2029/30
Die VED selbst bleibt für die meisten Elektrofahrzeuge bei etwa 195 £ pro Jahr, sodass die Fahrer effektiv mit einer festen Jahresgebühr plus einem nutzungsabhängigen Anteil rechnen müssen.
Für einen typischen EV-Fahrer, der 8.500 Meilen pro Jahr zurücklegt, bedeutet das:
VED: 195 £
eVED: 8.500 × 0,03 £ = 255 £
Insgesamt: 450 £ pro Jahr an Kfz-Steuer
Zum Vergleich: Ein ähnliches Benzinauto würde 195 £ an Kfz-Steuer plus etwa 480 £ an Kraftstoffsteuer zahlen – insgesamt also etwa 675 £. Selbst mit der eVED sind Elektroautos also allein schon bei den Steuern im Vorteil.
So funktioniert das Pay-per-Mile-System
Das neue System soll vertraut wirken und den bestehenden VED-Prozess mit einigen zusätzlichen Schritten durchlaufen.
Schätzen Sie Ihre Kilometerleistung: Wenn Sie die Kfz-Steuer verlängern, schätzen Sie auch, wie viele Kilometer Sie in diesem Jahr voraussichtlich fahren werden, wobei die Regierung sich auf die MOT-Historie und die bisherige Nutzung stützt.
Zahlung über das Jahr: Du zahlst die eVED-Komponente zusammen mit der VED, entweder im Voraus oder in Raten (z. B. monatlich), so wie viele Leute ihre Kfz-Steuerzahlungen schon jetzt aufteilen.
Jahresendabrechnung: Am Ende des Jahres wird deine geschätzte Kilometerleistung mit deiner tatsächlichen Kilometerleistung verglichen. Wenn du mehr gefahren bist, zahlst du die Differenz. Wenn du weniger gefahren bist, bekommst du eine Gutschrift oder Rückerstattung.
Die Minister haben gesagt, dass sie diese Anpassung „sanft” gestalten wollen, mit Fokus auf einfachen Änderungen statt Strafen für ehrliche Fehleinschätzungen.
Kilometerkontrollen und Datenschutz
Eine der größten Sorgen der Öffentlichkeit in Bezug auf die Straßenbenutzungsgebühr ist die Nachverfolgung. Das Finanzministerium hat eine GPS-basierte Überwachung ausgeschlossen und erklärt, dass es keine Daten darüber sammeln wird, wo und wann Menschen fahren.
Stattdessen nutzt das System die Kilometerstände, die der Staat schon sieht:
- Autos, die älter als drei Jahre sind: Die Kilometerleistung wird wie bisher bei der Hauptuntersuchung (MOT) bestätigt.
- Autos, die weniger als drei Jahre alt sind: Von der Regierung finanzierte Kontrollen am ersten und zweiten Jahrestag der Zulassung in MOT-Zentren oder ähnlichen zugelassenen Einrichtungen.
Die Regierung sieht nur die Gesamtkilometerzahl zu bestimmten Zeitpunkten. Sie bekommt keine Aufzeichnungen über Routen oder Fahrten.
Wer muss die neue eVED zahlen – und wer (vorerst) nicht?
Ab April 2028 gilt die eVED für:
- Alle batteriebetriebenen Elektroautos
- Alle Plug-in-Hybridautos
- Firmenwagen, einschließlich Fahrzeuge, die im Rahmen einer Gehaltsumwandlung genutzt werden
Einige Gruppen, die derzeit von der Kfz-Steuer befreit sind, wie z. B. viele Fahrer mit Behinderung, werden weiterhin die eVED zahlen, da sie heute auch Kraftstoffsteuer auf Benzin oder Diesel zahlen.
Folgende Fahrzeuge sind bei Einführung der Regelung ausgenommen:
- Elektrische Transporter, Busse und Reisebusse
- Motorräder und Lkw
- Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge (wird gerade geprüft)
- Herkömmliche (nicht plug-in) Hybride
Die Regierung hat angedeutet, dass Nutzfahrzeuge später in das System aufgenommen werden könnten, sobald sich das System für Pkw bewährt hat.
Warum macht die Regierung das?
Die Kraftstoffsteuer bringt derzeit etwa 25 Milliarden £ pro Jahr ein, aber diese Zahl wird voraussichtlich stark sinken, wenn mehr Leute auf Elektroautos umsteigen. Ohne Änderungen würde das langfristig zu einer Lücke bei der Straßenfinanzierung und der allgemeinen Besteuerung führen.
Durch die Festlegung des EV-Satzes auf etwa die Hälfte der effektiven Kraftstoffsteuerkosten pro Meile für Benzin- und Dieselautos sagen die Minister, dass sie:
- Sicherung der Einnahmen auf eine Weise, die sich eher nach der Nutzung richtet und fairer ist
- Sicherstellen, dass alle Fahrer einen Beitrag für die Straßennutzung leisten
- Elektroautos bleiben deutlich günstiger im Unterhalt als Autos mit Verbrennungsmotor
Finanzministerin Rachel Reeves hat diese Politik auch mit höheren Ausgaben für die Instandhaltung der Straßen in Verbindung gebracht und argumentiert, dass eine spezielle Gebühr pro gefahrenem Kilometer die Rechtfertigung dieser Budgets erleichtert.