So sehr Musik per Definition eine auditive Kunstform ist, war sie doch schon immer untrennbar mit visuellen Elementen verbunden. Ob durch Albumcover und Musikvideos oder durch die Bühnenpräsenz und Ästhetik einer Band (wie beispielsweise KISS) – das Aussehen eines Musikers oder einer Band war schon immer von Bedeutung. Diese Woche eröffnet in London eine beeindruckende neue Musikfotografie-Ausstellung, die die Besucher einlädt, in die verschwommene Welt intimer Porträts und kultivierter Bilder einzutauchen.
AIM, SHOOT, STOP, FIX zeigt Werke von „vier der einflussreichsten Musikfotografen ihrer Generation – Peter Anderson, Chris Clunn, David Corio und Lawrence Watson”. Alle vier haben ihre Karriere in den 70er und 80er Jahren als Fotografen für New Musical Express (auch bekannt als NME) angefangen, zu einer Zeit, als Fotografen oft uneingeschränkten Zugang zu den Musikern hatten. Die neue Ausstellung ist eine seltene Gelegenheit, alle ihre Werke an einem Ort zu sehen.
Schaut vorbei, denn die Ausstellung öffnet morgen, am 10. März. Wartet aber nicht zu lange, denn sie ist nur einen Monat lang zu sehen!

AIM, SHOOT, STOP, FIX und Musikfotografie in den 70er- und 80er-Jahren
Um zu verstehen, was die Musikfotografie dieser Zeit so bedeutend und einflussreich gemacht hat, muss man wissen, wie anders die Einstellung damals war. Zu dieser Zeit spielten Musikjournalismus und Publikationen wie NME eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Kultur. Aufgrund ihrer Bedeutung und ihres Einflusses „wurde Fotografen eine bemerkenswerte kreative Freiheit und ein beispielloser Zugang zu aufstrebenden Künstlern gewährt“.
Damals gab es viel weniger Kontrolle durch Unternehmen und weniger Bedenken hinsichtlich des öffentlichen Images. Es herrschte ein Vertrauensverhältnis zwischen den Künstlern und den Fotografen, die oft „in die Szene eingebettet waren – hinter der Bühne, auf Tour, in Studios, zu Hause“. Diese Art des Zugangs führte zu einer Intimität und Zugänglichkeit, die ganz einzigartige Bilder hervorbrachte.

Hinzu kam der einzigartige Scheideweg, an dem sich die Musik befand, als die 80er Jahre in die 90er übergingen. Diese Zeit war geprägt von unbändiger Kreativität und Ausdruckskraft, als „Post-Punk sich in New Wave aufspaltete, Hip-Hop den Mainstream eroberte, Britpop explodierte und die Clubkultur Großbritannien neu prägte. Dies sind nicht einfach nur Porträts – sie sind Dokumente der Musikgeschichte, die gerade geschrieben wird.“
Musiker in der Musikfotografie-Ausstellung
Zusammen haben die vier in der Ausstellung vorgestellten Fotografen Hunderte von Künstlern fotografiert – darunter bekannte Namen, die selbst den größten Musikmuffeln ein Begriff sind. In gewisser Weise haben diese Fotografen die Art und Weise geprägt, wie viele von uns heute moderne Musik und Musiker sehen.
Zu den Musikern, die sie fotografiert haben, gehören:
- Snoop Dogg
- Madonna
- Robbie Williams
- David Bowie
- Run DMC
- Nick Cave
- Marvin Gaye
- Joy Division
- Iggy Pop
- Oasis
- Sade
- Bob Marley
- Blur
- Jamiroquai
- und vielen, vielen anderen.

AIM, SHOOT, STOP, FIX ist vom 10. März bis zum 9. April 2026 zu sehen.
📍 Worldly Wicked & Wise Gallery, 81 Salusbury Road, NW6 6NH. Die nächste Station ist Queen’s Park.