Eines der besten Dinge am Leben in einer Stadt wie London ist , dass man nicht immer ins Flugzeug steigen muss, um eine andere Kultur zu erleben – denn es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, direkt hier in der Hauptstadt in eine andere Kultur einzutauchen.
Nimm zum Beispiel Southall: Das ist ein Stadtteil im Westen Londons, der an der Elizabeth Line zwischen Ealing und Heathrow liegt und selten im Rampenlicht steht, aber ein echtes verstecktes Juwel ist. Der Stadtteil ist randvoll mit indischen Bekleidungsgeschäften, authentischen Restaurants, die Gerichte aus verschiedenen Teilen Indiens servieren, und sogar Gebetsstätten der in dieser Region heimischen Religionen.
Wenn du also mal einen Sari brauchst oder einfach nur richtig gutes Essen genießen willst, könnte ein kleiner Ausflug nach Southall genau das Richtige für dich sein.
Little India in Southall
Wenn du am Bahnhof Southall ankommst, fällt dir sofort die punjabische Gurmukhi-Schrift unter dem Bahnhofsschild auf – eines der wenigen zweisprachigen Schilder im Londoner Nahverkehrsnetz. Das Schild würdigt die in der Gegend ansässige Punjabi-Gemeinde, die die größte außerhalb Indiens ist.
Nur einen kurzen Fußweg vom Bahnhof entfernt liegt das Herzstück des Ganzen: der Southall Broadway. Hier findest du eine Vielzahl von Geschäften, die alles verkaufen – von Stoffen, die zu indischen Outfits geschneidert werden können, wie bei „New Rainbow Textiles“, über Schmuck und andere Accessoires, darunter Bindis und Tikkas, bis hin zu fertigen Outfits wie Lenghas, Saris und Salwar Kameez (ein traditionelles dreiteiliges Outfit bestehend aus Hose, Tunika und Schal).
Das Angebot reicht von Boutiquen wie „Frontier Raas“ oder „Mongas“, in denen du hochpreisige Artikel wie Brautmode findest, bis hin zu lebhaften Basaren, auf denen du den Preis herunterhandeln kannst. Dazwischen gibt’s auch Läden, die indische Musikinstrumente verkaufen, zum Beispiel „Jas Musicals“, sowie Geschäfte mit frischen Lebensmitteln.
Außerdem findest du hier viele Hindu-Tempel, Moscheen und Gurudwaras (Sikh-Tempel). Der bedeutendste und wegen seiner wunderschönen Architektur bekannteste ist der Sri Guru Singh Sabha Gurdwara, die größte Sikh-Gurdwara-Einrichtung außerhalb Indiens.
Authentische Küche und Marktstände
Der eigentliche Star des Ganzen ist das Essen, das in Southall angeboten wird. Hier gibt es viele Lokale mit langer Geschichte, darunter das „Brilliant Gastro“ von Dipna Anand, dessen Geschichte in den 1950er Jahren in Nairobi, Kenia, begann, wo Dipnas Großvater sein Restaurant namens „Brilliant“ eröffnete. Letztes Jahr feierte das „Brilliant“ sein 50-jähriges Jubiläum in Southall, und du findest den indischen Gastro-Pub nur sechs Gehminuten vom Bahnhof entfernt.
Ein weiteres traditionsreiches Restaurant ist „Madhu’s“, das Punjabi-Küche mit kenianischem Flair serviert und seit vier Generationen in Familienbesitz ist. Mittlerweile gibt es sechs Filialen, darunter die in Southall und eine weitere in Mayfair.
Neben Restaurants kannst du dir auch traditionelle indische Süßigkeiten holen, darunter „ “ Jalebis – am besten bei „Jalebi Junction“, wo sie direkt vor dem Laden frisch zubereitet werden. Du kannst auch andere Süßigkeiten wie Mithai und – mein persönlicher Favorit – Gulab Jaman kaufen. An Straßenständen gibt’s außerdem Mais, Mangos und Nüsse.
Wenn du das nächste Mal Lust auf authentisches indisches Essen hast, weißt du jetzt, dass du nicht weit reisen musst, um es zu finden.