Die HMRC hat neue Details zu umfassenden Änderungen der Erbschaftssteuerregelungen veröffentlicht, die erhebliche Auswirkungen darauf haben werden, wie Renten nach dem Tod behandelt werden – eine der größten Umwälzungen in der Nachlassplanung der letzten Jahre.
Ab dem 6. April 2027 werden die meisten nicht in Anspruch genommenen Rentenfonds und Rentenleistungen im Todesfall für die Erbschaftssteuer (IHT) als Teil des Nachlasses einer Person angerechnet – eine Maßnahme, die Tausende von Familien in ganz Großbritannien betreffen könnte.
Was ändert sich bei Renten und der Erbschaftssteuer?
Nach den derzeitigen Vorschriften werden Rentenansprüche in der Regel bei der Berechnung der Erbschaftssteuer nicht berücksichtigt, was sie zu einer beliebten und steuerlich vorteilhaften Möglichkeit macht, Vermögen weiterzugeben. Die Regierung argumentiert jedoch, dass dies dazu geführt hat, dass Rentenansprüche weniger als Einkommensquelle im Ruhestand und mehr als Instrument zur Nachlassplanung genutzt werden.
Die neuen Regelungen werden das ändern.
Ab April 2027:
- Die meisten nicht in Anspruch genommenen Rentenfonds werden in den Gesamtwert eines Nachlasses einbezogen.
- Auch Rentenleistungen im Todesfall fallen künftig unter die Erbschaftssteuer.
- Das bedeutet, dass Nachlässe, die den Steuerfreibetrag überschreiten, mit einer Steuerbelastung von 40 % auf die Rentenvermögen rechnen müssen.
Die Änderung stellt eine bedeutende politische Wende dar, die darauf abzielt, die Steuerregeln zu verschärfen und das einzuschränken, was die Regierung als unbeabsichtigte Nutzung von Rentensystemen ansieht.
Ein wachsender Verwaltungsaufwand für Familien
Eine der größten Bedenken, die bisher geäußert wurden, ist die praktische Herausforderung für Familien, die sich mit Nachlässen befassen.
Nachlassverwalter, also die Personen, die für die Abwicklung der Angelegenheiten eines Verstorbenen zuständig sind, müssen nun:
- Ermittle alle Rentensparbeträge, die der Verstorbene besaß.
- Wende dich an Rentenversicherer und Versicherungsgesellschaften.
- Diese Renten für steuerliche Zwecke genau bewerten.
- Stelle sicher, dass fällige Erbschaftssteuer gezahlt wird.
Die HMRC hat erklärt, dass Vertreter „angemessene Maßnahmen“ ergreifen müssen, hat jedoch noch nicht genau geklärt, was dies in der Praxis bedeutet.
Rechtsexperten warnen, dass dies kompliziert werden könnte, insbesondere wenn Personen:
- Mehrere Rentenansprüche bei verschiedenen Anbietern.
- Alte betriebliche Altersvorsorgepläne.
- Digitale Konten, auf die man ohne Passwörter möglicherweise nur schwer zugreifen kann.
Wie sich die Einkommensteuer auf die Erbschaftsteuer auswirkt
Auch das Zusammenspiel zwischen Erbschaftssteuer und Einkommensteuer ändert sich.
Derzeit:
- Rentenansprüche, die nach Vollendung des 75. Lebensjahres geerbt werden, unterliegen nicht der Erbschaftssteuer.
Allerdings werden Auszahlungen an die Begünstigten als Einkommen besteuert.
Ab April 2027:
- Die Erbschaftssteuer wird zunächst auf die im Nachlass enthaltenen Rentenfonds erhoben.
- Die Begünstigten zahlen dann nur auf den verbleibenden Betrag Einkommensteuer.
Diese Anpassung soll verhindern, was die HMRC als „doppelte Steuerbelastung“ bezeichnet, auch wenn dies dennoch bedeutet, dass die Gesamtsteuerbelastung steigen könnte.
Neue Quellensteuerregeln eingeführt
Während die sechsmonatige Frist für die Zahlung der Erbschaftssteuer nach dem Tod unverändert bleibt, führt die HMRC eine neue Schutzmaßnahme ein.
Testamentsvollstrecker können dann:
- Weise die Rentenversicherer an, bis zu 50 % der pauschalen Todesfallleistungen einzubehalten.
- Die Auszahlungen können um bis zu 15 Monate verzögert werden, während die Steuerverbindlichkeiten berechnet und beglichen werden.
Zudem können Rentenversicherer aufgefordert werden, die Erbschaftssteuer im Namen des Nachlasses direkt an die britische Steuerbehörde HMRC abzuführen.
Damit soll verhindert werden, dass Gelder ausgezahlt werden, bevor die steuerlichen Verpflichtungen erfüllt sind.
Wichtige Freibeträge bei der Erbschaftssteuer bleiben weiterhin bestehen
Trotz der Änderungen bleiben einige wichtige Ausnahmen bestehen:
- Verheiratete Paare und eingetragene Lebenspartner können weiterhin ihre Steuerfreibeträge zusammenlegen und so potenziell bis zu 1 Million Pfund ohne Erbschaftssteuer weitergeben.
- Die meisten Leistungen bei „Tod im Dienst“ bleiben voraussichtlich weiterhin steuerfrei, müssen aber möglicherweise gemeldet werden.
- Gemeinsame Leibrenten und Renten aus Hinterbliebenenversorgungsprogrammen sind von den neuen Regelungen ebenfalls nicht betroffen.
Diese Ausnahmen bedeuten, dass sich zwar der Anwendungsbereich der Erbschaftssteuer erweitert, einige Schutzmaßnahmen für Familien jedoch bestehen bleiben.
Zeitplan für die Änderungen bei der Erbschaftssteuer
Die britische Steuerbehörde HMRC arbeitet weiterhin an den Einzelheiten; weitere Leitlinien werden in den kommenden Monaten erwartet.
Der aktuelle Zeitplan sieht Folgendes vor:
- Frühjahr 2026: Verordnungsentwurf zum Informationsaustausch.
- Sommer 2026: Offizielle Vorschriften werden eingeführt.
- Ende 2026 bis Anfang 2027: Entwurf der Leitlinien wird der Branche vorgelegt.
- Frühjahr 2027: Veröffentlichung der endgültigen Leitlinien vor Inkrafttreten der Regelung.
Was das für Sparer bedeutet
Für Einzelpersonen und Familien bedeuten die Änderungen, dass sie ihre langfristige Finanzplanung überdenken müssen.
Renten gelten seit langem als steuerlich vorteilhafte Möglichkeit, Vermögen weiterzugeben, doch diese Reform könnte ihre Attraktivität für Erbschaftszwecke mindern. Finanzberater raten den Menschen bereits jetzt dringend, ihre Nachlassplanung zu überprüfen, insbesondere wenn sie über beträchtliche Renteneinzahlungen verfügen.