Griechenland hat britische Urlauber gerade bei ihren Sommerreisen erheblich entlastet, indem es still und leise von einer der umstrittensten neuen Grenzmaßnahmen Europas Abstand genommen hat.
Griechenland hat das neue Einreise-/Ausreisesystem (EES) für britische Passinhaber abgeschafft
Das Land hat bestätigt, dass Inhaber britischer Pässe nicht der biometrischen Registrierung im Rahmen des neuen Einreise-/Ausreisesystems (EES) der EU unterliegen werden – ein Schritt, der darauf abzielt, den Druck an den Flughäfen zu verringern und den Warteschlangenfluss während der Hochsaison aufrechtzuerhalten.
Das EES, das am 10. April 2026 in Kraft trat, wurde im gesamten Schengen-Raum eingeführt, um die Grenzsicherheit für Nicht-EU-Reisende zu erhöhen.
Das System verlangt von Besuchern, dass sie neben ihren Ein- und Ausreisedaten auch Fingerabdrücke und Gesichtsscans registrieren lassen – als Teil einer umfassenderen Maßnahme zur Bekämpfung von Identitätsbetrug und zur Durchsetzung der EU-Aufenthaltsbeschränkung von 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen.
Doch die Einführung verlief alles andere als reibungslos.
Nur wenige Tage nach der Einführung gab es Berichte über erhebliche Störungen an europäischen Flughäfen. Am Flughafen Mailand-Linate verpassten mehr als 100 easyJet-Passagiere ihre Flüge nach Manchester, nachdem sie in langen Warteschlangen bei der Grenzkontrolle festsaßen; einige mussten über 1.000 £ für alternative Reisemöglichkeiten ausgeben.
Vor diesem Hintergrund wird Griechenlands Entscheidung, das Verfahren für britische Reisende zu vereinfachen, sowohl für Touristen als auch für die Reisebranche eine Erleichterung sein.
Tourismusministerin Olga Kefalogianni bestätigte, dass Briten diesen Sommer an den griechischen Grenzen keine biometrischen Kontrollen durchlaufen müssen, mit dem Ziel, die Einreiseformalitäten auf „weniger als ein paar Minuten“ zu beschränken.
Sie betonte, dass es sich bei dieser Maßnahme nicht um eine formelle Befreiung vom EES handelt, sondern um eine praktische Anpassung, um sicherzustellen, dass Besucher nicht durch zusätzlichen bürokratischen Aufwand „belastet“ werden.
Für britische Touristen, die nach Griechenland reisen, ist keine biometrische Registrierung erforderlich

Eine offizielle Erklärung der griechischen Botschaft in London bekräftigte diesen Ansatz und bestätigte, dass britische Passinhaber nach der derzeitigen Regelung von der biometrischen Registrierung an griechischen Grenzübergängen ausgenommen sind.
Auch die griechische nationale Tourismusorganisation hat diese Maßnahme unterstützt. Die britische Direktorin Eleni Skarveli sagte, dies werde für ein „reibungsloseres und effizienteres Ankunftserlebnis“ sorgen und gleichzeitig die Wartezeiten und die Überlastung der Flughäfen deutlich reduzieren.
Es steht viel auf dem Spiel. Griechenland ist nach wie vor eines der beliebtesten Urlaubsziele Europas und hat allein zwischen Januar und August 2025 fast 25 Millionen Besucher empfangen, was Tourismuseinnahmen in Höhe von 16,7 Milliarden Euro generierte.
Britische Reisende spielen dabei eine entscheidende Rolle: Im Jahr 2022 kamen fast 4,5 Millionen von ihnen, eine Rekordzahl.
Da für diesen Sommer erneut ein Anstieg der Besucherzahlen erwartet wird, ist die Vermeidung von Engpässen bei der Grenzkontrolle eine klare Priorität.
Die Entscheidung spiegelt auch eine allgemeinere Realität wider: Nicht alle EU-Länder waren vollständig auf die Einführung des EES vorbereitet. Frankreich, Spanien, Polen und Griechenland selbst hatten mit Herausforderungen bei der Umsetzung des neuen Systems zu kämpfen, was zu anfänglichen Störungen beitrug.
Zumindest vorerst können britische Reisende, die zu griechischen Inseln oder beliebten Zielen auf dem Festland reisen, mit einer unkomplizierteren Ankunft rechnen – ohne Fingerabdruckscans, ohne Gesichtserkennung und mit deutlich weniger Wartezeit nach der Landung.