Hört zu, Londoner, denn ich bringe euch eine ziemlich baumstarke Nachricht. Ein großer, belaubter Pampelmusenbaum im Südwesten Londons hat nach einer von den Anwohnern geführten Kampagne eine Baumschutzverordnung erhalten. Man geht davon aus, dass es sich bei dem geliebten Baum um einen der einzigen Pampelmusenbäume des Landes handelt. Und er hat eine Vorgeschichte, die selbst die eisigsten Herzen erwärmen dürfte.
Die Geschichte beginnt mit einer Frau namens Marline Anderson, die in den 1980er Jahren von Grenada nach Battersea zog und einen winzigen Pampelmusen-Sprössling als Erinnerung an ihre Heimat mitbrachte. Marline pflanzte diesen Setzling in ihren Vorgarten, und er gedieh zu einem prächtigen Grapefruitbaum, der heute in der Queenstown Road etwa 30 Fuß hoch ist.
Marline verstarb leider im Juni und hinterließ ihr Vermächtnis in Form des Grapefruitbaums. Da er ihr ganzer Stolz war, hatte sie darum gebeten, dass ihre Asche unter dem Baum verstreut wird, der weiterhin gedeiht und das ganze Jahr über Früchte trägt. Ihre Nachbarn machten sich jedoch Sorgen um die Zukunft des Baums.

Da die Wohnung, in der Marline wohnte (und an der der Baum befestigt ist), der Stadtverwaltung von Wandsworth gehört, besteht die Möglichkeit, dass künftige Bewohner oder Bauträger den Grapefruitbaum entfernen möchten. Marlines Freund und Nachbar, Lior Berman, wandte sich an die Stadtverwaltung, um eine Verfügung zum Erhalt des Baumes zu erwirken – und diese Woche wurde diese Verfügung erteilt.
Der Stadtrat von Wandsworth führte eine Baumbewertungsmethode für die Erhaltung von Bäumen durch, um festzustellen, ob die Anordnung genehmigt werden kann. Der Rat bestätigte, dass der Baum tatsächlich für eine Baumschutzverordnung in Frage kommt, was bedeutet, dass Marlines geliebter Baum nicht ohne Genehmigung gefällt, gekürzt, gestutzt, entwurzelt oder zerstört werden darf. Zum Gedenken an Marline wurde neben dem Baum eine Gedenktafel angebracht, auf der erklärt wird, dass „ihr Wesen in seinen Wurzeln weiterlebt“. Ich weine nicht, du weinst…
Kemi Akinola, stellvertretender Vorsitzender des Stadtrats von Wandsworth, sagte: „Wir haben uns sehr gefreut, die Baumschutzverordnung zu erlassen und sicherzustellen, dass dieses geliebte örtliche Wahrzeichen auch für kommende Generationen erhalten bleibt. Marline war bei ihren Nachbarn sehr beliebt, und wir sind stolz darauf, dass wir auf die Wünsche der Gemeinde eingegangen sind.
„In unserem Jahr als Londoner Kulturbezirk ist es großartig, den Beitrag zu würdigen, den Menschen mit afrikanischem und karibischem Erbe für Wandsworth geleistet haben.“