Viele von uns haben irgendwann in ihrem bewegten Leben mit dem Gedanken gespielt, alles zu verkaufen und an einen abgelegenen Ort zu ziehen, um dort in Ruhe zu leben. Früher war das Leben in der Abgeschiedenheit als Garten-Eremit (oder Zier-Eremit) ein lukrativer Beruf, bei dem man bis zu 55.000 Pfund (umgerechnet) für die Rolle eines echten Gartenzwergs zahlte, der nie aus der Rolle fiel. Der Grundstückseigentümer nutzte die Einsiedler für Gespräche, Ratschläge oder einfach zur Unterhaltung.
Eine kurze Geschichte der Garten-Eremiten
Die Arbeit als Garteneinsiedler erlebte im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Die Ursprünge dieser Tätigkeit sind zwar unklar, aber man vermutet, dass sie in Italien entstanden ist und auf den römischen Kaiser Hadrian und seine Villa in Tivoli zurückgeht.

Jahrhundert wird jedoch Karl V. zugeschrieben, dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und König von Spanien (1500-1558), der in seinen letzten Lebensjahren in einem Kloster lebte und den Verzicht auf weltliche Besitztümer zu einer ehrenvollen Aufgabe machte. Außerdem war der Beruf des Garteneinsiedlers eine kurzlebige Modeerscheinung, die im 19. Jahrhundert wieder verschwand und sich schließlich zu den kleinen Gartenzwergen entwickelte, die wir heute kennen.
Vielleicht ist dies eine kleine Anspielung auf die Geschichte der Zier-Eremiten, die einst auf den Grundstücken reicher Landbesitzer lebten. Noch heute gibt es in ganz Europa, auch in England und Schottland, viele Behausungen von Garteneinsiedlern, die an einen der seltsamsten und unhygienischsten Berufe der Geschichte erinnern (doch dazu später mehr).
Der Beruf des Gartenzwergs im echten Leben
Der Beruf des Gartenzwergs war vor allem in England populär, und jede Garteneinrichtung war die Manifestation der Fantasien des Grundbesitzers. Die echten Gartenzwerge waren bis zu sieben Jahre lang angestellt, trugen druidenähnliche Kleidung und durften nie aus der Rolle fallen – auch nicht, wenn die Besitzer abwesend waren.
Sie lebten in winzigen Behausungen und durften niemals baden – wie JEDER -, sich die Haare schneiden oder die Nägel kürzen. Während der Garten-Eremit meist in Isolation lebte, nutzte der Hausbesitzer sie, um Gäste zu unterhalten und bei Bedarf Gespräche zu führen oder Ratschläge zu erteilen. Darüber hinaus wurden die Einsiedler mit reichlich Lesestoff versorgt, was ihnen einen weisen, druidenähnlichen Charakter verlieh.

Die Garteneinsiedler sollten Introspektion, Nüchternheit und Melancholie widerspiegeln und mussten oft an einem Tisch mit einem Schädel, der für Moral stand, einer Brille und einem Buch sitzen. Ihre Lebensbedingungen waren zugegebenermaßen äußerst unhygienisch und unsicher, da die winzigen Behausungen nicht für schlechtes Wetter ausgelegt waren.
Darüber hinaus wurde berichtet, dass einige wohlhabende Gutsbesitzer ihre Angestellten zwangen, die Rolle eines echten Gartenzwergs zu übernehmen. In der Regel war es die Person, die sich um das Land kümmerte, anstatt separate Anzeigen aufzugeben. Nichtsdestotrotz war es eine gut bezahlte Angelegenheit, bei der die Gartenzwerge bis zu 50 Pfund im Jahr verdienten, was heute 55.000 Pfund entspricht.
Gibt es den Beruf des Garteneinsiedlers heute noch?
Auch wenn der Beruf des Garteneinsiedlers nicht sehr bekannt ist, gibt es ihn noch heute. Stan Vanuytrecht, ein pensionierter belgischer Artillerieoffizier, wurde Garten-Eremit in einer 350 Jahre alten, ständig bewohnten Einsiedelei in Österreich. Um die Stelle zu bekommen, musste er sich gegen 50 andere Bewerber um die unbezahlte Stelle durchsetzen. Er lebte ohne Strom und Internet, aber unter viel besseren Bedingungen als seine Kollegen aus dem 18. Tatsächlich ist er als einer der letzten Einsiedler Europas bekannt.