Wir wissen alle, dass Geld kein Glück kaufen kann. Was Geld jedoch kann, ist das Alleinleben in London um einiges einfacher zu machen. Für viele von uns in der Hauptstadt ist die Aussicht, eine eigene Wohnung zu mieten, ziemlich unerreichbar. Stattdessen müssen wir uns in die trüben Gewässer der Londoner Wohngemeinschaftsszene stürzen. Aber wie viel müsste man verdienen, um sich in der Stadt eine eigene Wohnung leisten zu können? Und ist das für den durchschnittlichen Londoner realistisch? Nun, Leute, The Economist hat das für uns ausgerechnet, und die kurze Antwort lautet: nein. Aber wann habe ich euch jemals nur die kurze Antwort gegeben?
Der „Carrie Bradshaw Index” von The Economist
Jedes Jahr veröffentlicht die renommierte Zeitschrift ihren „Carrie Bradshaw Index”, einen Bericht (benannt nach der beliebtesten Solo-Stadtbewohnerin aller Zeiten), der die Erschwinglichkeit von Wohnungen in vielen Großstädten aufzeigt. Ursprünglich konzentrierte sich der Index nur auf amerikanische Städte, aber dieses Jahr hat sich The Economist zum zweiten Mal auch mit den Daten für Europa befasst.

28 Städte in ganz Europa wurden dafür unter die Lupe genommen und jede von ihnen bekam einen „Bradshaw-Score”. Die Scores wurden berechnet, indem man den Durchschnittslohn einer Stadt (geschätzt vom Economic Research Institute) durch den Betrag geteilt hat, den ein Mieter verdienen müsste, um nicht mehr als 30 % seines Einkommens für die durchschnittliche Miete der Stadt auszugeben (laut Eurostat). Jede Stadt mit einem Score von weniger als 1 wurde als „unerschwinglich” eingestuft. Und – ihr habt es erraten – Londons Score war, gelinde gesagt, unterdurchschnittlich.
Londons „Bradshaw-Score”
London hat nur einen ziemlich mageren Wert von 0,68 erreicht. Das durchschnittliche Jahresgehalt in der Hauptstadt liegt bei 55.530 £, während eine durchschnittliche Einzimmerwohnung in London 2.000 £ pro Monat kostet. Das heißt, dass ein Londoner mit einem durchschnittlichen Gehalt 44 % davon für seine Miete ausgeben würde. Um innerhalb der 30-Prozent-Marke zu bleiben, müsste ein Londoner 81.800 £ pro Jahr verdienen.
Laut dem Index war London definitiv nicht die teuerste Stadt für Alleinstehende. Tiflis, Prag, Belgrad, Budapest, Lissabon, Sofia, Stockholm und Riga hatten alle einen niedrigeren „Bradshaw-Score” als London. Die günstigste Stadt in Europa war Bonn in Deutschland mit einem ziemlich beeindruckenden Wert von 1,33.
Den vollständigen „Carrie Bradshaw Index” von The Economist kannst du hier einsehen.