Nach Einleitung einer offiziellen Untersuchung hat Ryanair seine Richtlinien zur Sitzplatzvergabe für Familien an den Branchenstandard angepasst. Das bedeutet, dass für Eltern, die mit Kindern unter 12 Jahren reisen, keine obligatorische Sitzplatzreservierungsgebühr mehr anfällt.
Die bisherige Regelung der Fluggesellschaft entsprach zwar voll und ganz „allen einschlägigen Gesetzen und Vorschriften“, bedeutete jedoch, dass mindestens ein Erwachsener eine obligatorische Sitzplatzreservierungsgebühr (in Höhe von etwa 8 £ pro Strecke) zahlen musste. Im Gegenzug konnten sie dann bis zu vier reservierte Sitzplätze für die mitreisenden Kinder auswählen – kostenlos.
Ryanair ist der Ansicht, dass diese langjährige Regelung Familien mehr Sicherheit bot – da Ryanair jedoch die einzige Fluggesellschaft mit Sitzplatzsystem war, die von Großbritannien aus flog, leitete die Wettbewerbs- und Marketingbehörde ( CMA) eine Untersuchung ein, um zu prüfen, ob die Regelung fair war.

Ryanairs kleine Änderung der Richtlinien trat letzte Woche in Kraft und bedeutet, dass Reisende mit kleinen Kindern nun die Möglichkeit haben, sich ihre Sitzplätze nach dem Einchecken kostenlos zufällig zuweisen zu lassen. Das bedeutet allerdings, dass diese zufällig zugewiesenen Sitzplätze wahrscheinlich im hinteren Teil des Flugzeugs liegen werden, da die vorderen Plätze oft schon vor dem Einchecken reserviert sind.
Wenn Passagiere bestimmte Sitzplätze vor dem Check-in reservieren möchten, haben sie weiterhin die Möglichkeit, dies gemäß der bisherigen Regelung der Fluggesellschaft zu tun. Ryanair (Europas größte und günstigste Fluggesellschaft) hat bestätigt, dass diese Regeländerung für die Fluggesellschaft „umsatzneutral“ sein wird.
Michael O’Leary, CEO von Ryanair, sagte, die bisherige Familien-Sitzplatzregelung der Fluggesellschaft sei „von den Verbrauchern allgemein als die fortschrittlichste und transparenteste in Europa angenommen worden“ und dass Ryanair sich „widerwillig“ an den Branchenstandard anpassen werde, obwohl er der Meinung sei, dass die von den meisten anderen Fluggesellschaften angewandten Familien-Sitzplatzregelungen „weniger transparent und weniger verbraucherfreundlich“ seien.